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Lernen & Prüfungen

Lernrückstände in den Sommerferien aufholen - ohne die Ferien zu opfern

Sommerferien können helfen, wichtige Grundlagen ohne täglichen Schulstress nachzuarbeiten. Dafür muss aber nicht das gesamte Schuljahr wiederholt werden: Erst Lernlücken erkennen, dann ein realistisches Ziel wählen und ein bis drei Fächer gezielt bearbeiten. Urlaub, freie Tage und Erholung bleiben feste Bestandteile des Plans. [1] [2]

Sollen Lernrückstände gezielt aufgeholt werden?

Mit Online-Nachhilfe kann dein Kind wichtige Themen priorisieren, ohne die gesamten Ferien mit Lernen zu verbringen.

Lernlücken in den Ferien schließen

Entstehen in den Sommerferien automatisch Lernrückstände?

Nicht jedes Kind vergisst in den Ferien gleich viel. Studien zeigen sehr unterschiedliche Verläufe: Manche Kinder verlieren bei einzelnen Fähigkeiten an Sicherheit, andere halten ihren Lernstand oder entwickeln sich weiter. Besonders häufig untersucht wurden Mathematik und Lesen. Deshalb ist es sinnvoller, den tatsächlichen Lernstand des eigenen Kindes zu prüfen, statt vorsorglich jeden Ferientag mit Aufgaben zu füllen. [1] [2]

Aufholen bedeutet nicht, alles noch einmal zu lernen
Das Ziel ist, die wenigen Grundlagen zu finden, an denen neue Themen sonst scheitern würden. Wer beispielsweise Brüche noch nicht sicher versteht, profitiert mehr von gezielten Bruchaufgaben als von einer vollständigen Wiederholung des Mathematikbuchs.

Lernrückstände erkennen: zuerst prüfen, dann planen

Noten zeigen, dass es Schwierigkeiten gab, aber nicht automatisch deren Ursache. Für einen brauchbaren Ferienplan müssen Eltern und Schüler genauer herausfinden, welche Aufgaben bereits funktionieren und wo die Grundlagen abbrechen. Bildungsstandards und Lehrpläne können dabei Orientierung geben, welche Kompetenzen bis zu bestimmten Jahrgangsstufen erwartet werden. [3]

PrüfschrittWorauf achten?Mögliches Ergebnis
Zeugnis und Arbeiten ansehenWiederholen sich dieselben Fehler über mehrere Arbeiten hinweg?Zwei bis vier konkrete Themen statt nur „Mathe ist schlecht“
Rückmeldungen sammelnWas haben Fachlehrkräfte als nächste Schritte empfohlen?Themenliste und geeignete Aufgaben für das aktuelle Lernniveau
Kurzen Lernstandscheck machenKann das Kind grundlegende Aufgaben ohne Hilfe erklären und lösen?Sichere Grundlagen, unsichere Themen und echte Lücken werden getrennt
Fehler erklären lassenFehlt Wissen, eine Strategie, Konzentration oder nur Übung?Passende Hilfe statt wahlloser zusätzlicher Aufgaben

Für den Lernstandscheck reichen pro Problemfach zunächst etwa 20 bis 30 Minuten mit gemischten Aufgaben aus dem letzten Schuljahr. Er sollte nicht benotet werden. Wichtig ist, dass das Kind Rechenwege, Regeln oder Textverständnis möglichst selbst erklärt.

Welches Ziel sollen die Sommerferien erfüllen?

Der Zeitplan hängt stark davon ab, ob eine konkrete Prüfung bevorsteht oder ob Grundlagen für das nächste Schuljahr aufgebaut werden sollen. Ein eindeutiges Ziel verhindert, dass immer neue Themen in den Ferienplan aufgenommen werden.

Nachprüfung bestehen
Prüfungstermin, zugelassene Themen und schulische Vorgaben zuerst klären. Der Lernplan richtet sich eng an den prüfungsrelevanten Kompetenzen aus.
Fit für das nächste Schuljahr
Grundlagen auswählen, auf denen die ersten neuen Themen aufbauen. Ziel ist ein sicherer Einstieg und nicht das Vorlernen des gesamten kommenden Schuljahres.
Eine Note besser werden
Die Ferien schaffen Grundlagen und bessere Lernroutinen. Damit daraus eine bessere Note wird, muss die Arbeit im neuen Schuljahr konsequent fortgesetzt werden.

Ob und wie eine Nachprüfung möglich ist, richtet sich nach Bundesland, Schulform und Einzelfall. Verbindlich sind die Mitteilung der Schule und die jeweils geltenden Vorschriften. [5] [6]

Lieber zwei bis drei Fächer als das gesamte Zeugnis

Der Wunsch, in den Ferien „alles aufzuholen“, klingt gründlich, führt aber schnell zu einem überladenen Plan. Meist ist es wirksamer, ein bis drei Fächer auszuwählen und dort konkrete Grundlagen zu sichern. Nebenfächer können später folgen, sofern dort keine akute Prüfung oder Versetzungsfrage besteht.

PrioritätTypische SituationKonsequenz für den Plan
1. Akute FolgeNachprüfung, gefährdeter Abschluss oder verbindlicher FörderplanDieses Fach erhält zuerst feste Lernzeiten
2. Wichtige GrundlageNeue Themen bauen direkt auf den vorhandenen Lücken aufWenige Basisthemen gezielt sichern
3. Realistischer FortschrittMit überschaubarem Aufwand kann viel Sicherheit gewonnen werdenAls zweites oder drittes Fach in den Plan aufnehmen
Bei vielen schlechten Fächern zuerst nach der Ursache suchen
Wenn fast alle Fächer gleichzeitig abrutschen, liegt das Problem möglicherweise nicht in zehn einzelnen Stofflücken. Überforderung, fehlende Lernorganisation, Belastungen, häufige Fehlzeiten oder gesundheitliche Probleme sollten dann gemeinsam mit Schule und gegebenenfalls geeigneten Fachstellen geklärt werden.

Ferienplan mit genug Urlaub und Erholung

Ein guter Plan schützt zuerst die Ferien. Familien können beispielsweise eine oder zwei vollständig lernfreie Urlaubsphasen festlegen und die übrigen Wochen mit kurzen Einheiten strukturieren. So entsteht kein Gefühl, die gesamten Ferien seien nur eine verlängerte Schulzeit.

FerienphaseSinnvoller SchwerpunktBeispiel
Start der FerienAbstand gewinnen und erholenEine vollständige Woche ohne Schulaufgaben
OrientierungsphaseLernstand prüfen und Ziele festlegenZwei kurze Termine für Diagnose und Planung
AufholphaseGrundlagen erklären, üben und wiederholenDrei bis fünf Einheiten pro Woche mit freien Tagen dazwischen
Letzte FerienwocheFortschritt prüfen und Schulstart vorbereitenGemischte Aufgaben, Material ordnen und neuen Wochenrhythmus planen

Als praktische Orientierung können jüngere Schüler etwa 20 bis 30 Minuten und ältere Schüler etwa 30 bis 45 Minuten am Stück arbeiten. Entscheidend ist weniger die exakte Minutenzahl als konzentriertes Arbeiten, verständliches Feedback und ein Ende, bevor jede Einheit zum Konflikt wird.

Wie lassen sich die Lücken konkret schließen?

Selbstständig wiederholen

Geeignet, wenn das Thema grundsätzlich verstanden wurde und vor allem Routine fehlt. Schulbuch, alte Aufgaben und ein Fehlerheft geben die Richtung vor.

Wichtig: Lösungen kontrollieren und Fehler nicht nur abhaken.

Mit Eltern lernen

Gut für Organisation, Abfragen und Ermutigung. Eltern müssen nicht jedes Thema selbst erklären können und sollten die Rolle der Lehrkraft nicht dauerhaft übernehmen.

Wichtig: Bei wiederkehrendem Streit die Lernform verändern.

Gezielte Nachhilfe nutzen

Sinnvoll bei Verständnisproblemen, unklaren Grundlagen oder einer Nachprüfung. Ein Tutor kann den Einstiegspunkt finden und Aufgaben an das tatsächliche Niveau anpassen.

Wichtig: Ziel, Themen und Prüfungsdatum von Anfang an mitteilen.

Mit Übungsaufgaben festigen

Aufgaben zeigen, ob ein Thema wirklich selbstständig angewendet werden kann. Erst gleichartige Aufgaben üben, danach verschiedene Aufgabentypen mischen.

Wichtig: Ohne Rückmeldung können sich falsche Lösungswege festsetzen.

Wirksam üben statt nur Unterlagen durchlesen

Reines Wiederlesen fühlt sich oft vertraut an, zeigt aber nicht zuverlässig, ob Wissen selbstständig abrufbar ist. Besonders nützlich sind Übungsaufgaben und kleine Selbsttests sowie über mehrere Tage verteilte Wiederholungen. Fehler sollten zeitnah erklärt und anschließend mit einer ähnlichen Aufgabe noch einmal geprüft werden. [4]

  • Zu Beginn zwei bis drei Aufgaben ohne Hilfe lösen, um den Stand sichtbar zu machen.
  • Nur die fehlende Regel oder den nächsten Lösungsschritt erklären, nicht sofort die ganze Aufgabe übernehmen.
  • Nach der Erklärung eine ähnliche Aufgabe selbstständig bearbeiten lassen.
  • Schwierige Inhalte nach einigen Tagen erneut abrufen, statt alles an einem Nachmittag zu erledigen.
  • In einem kurzen Fehlerheft notieren, was schiefging und woran der richtige Weg erkennbar ist.

Ein konkreter Wochenplan für zwei Problemfächer

TagEinheitZiel
MontagMathematik: ein Basisthema erklären und übenVerständnis aufbauen
DienstagKomplett lernfreiErholung und Freizeit
MittwochDeutsch oder Englisch: aktiv anwendenLesen, Schreiben oder Sprache festigen
DonnerstagKurzer Selbsttest in MathematikAbrufen und Fehler prüfen
FreitagZweites Fach wiederholen und mischenSicherheit und Transfer
WochenendeLernfrei oder nur freiwilliges LesenAbstand und Motivation erhalten
Fortschritt am Können messen
Nach jeder Woche sollte eine konkrete Frage beantwortet werden: Welche Aufgaben kann das Kind jetzt ohne Hilfe lösen, die vorher nicht funktioniert haben? Abgehakte Arbeitsblätter oder reine Lernzeit sagen darüber weniger aus.
Lernlücken gezielt statt allein aufholen
Ein passender Tutor kann gemeinsam mit deinem Kind den Lernstand prüfen, die wichtigsten Themen auswählen und daraus einen realistischen Ferienplan entwickeln.

Nach den Ferien gezielt weiterarbeiten

Ein Ferienplan kann Grundlagen sichern - für dauerhafte Fortschritte sollten Ziele und Routinen anschließend weitergeführt werden.

Wenn eine Nachprüfung oder Versetzungsentscheidung ansteht, hilft dir Versetzungsgefährdet - was tun? bei den formalen und fachlichen nächsten Schritten. Einen übersichtlichen Zeitplan kannst du mit Lernplan für Prüfungen erstellen. Für eine erste Bestandsaufnahme über mehrere Fächer steht außerdem der Notendurchschnitts-Rechner bereit.

Häufige Fragen zum Lernen in den Sommerferien

Kurze Antworten zu Lernzeiten, Fächerauswahl, Notenverbesserung und Unterstützung.

Nein. Die Ferien sollten weiterhin längere zusammenhängende Phasen ohne schulische Aufgaben enthalten. Sinnvoller als tägliches Lernen sind wenige planbare Einheiten in ausgewählten Wochen. Bei einer anstehenden Nachprüfung kann mehr Vorbereitung notwendig sein, trotzdem gehören freie Tage und echte Erholung in den Plan.

Meist sind ein bis drei priorisierte Fächer realistischer als das gesamte Zeugnis. Entscheidend sind akute Folgen wie eine Nachprüfung, grundlegende Lücken für das nächste Schuljahr und die Frage, wo mit überschaubarem Aufwand viel erreicht werden kann.

Einzelne schlechte Noten reichen als Diagnose nicht aus. Aussagekräftiger sind wiederkehrende Fehler in mehreren Arbeiten, fehlende Grundlagen bei einfachen Aufgaben, Rückmeldungen von Lehrkräften und ein kurzer Lernstandscheck mit Aufgaben aus dem vergangenen Schuljahr.

Die Ferien können wichtige Grundlagen schaffen, garantieren aber keine bestimmte Note. Für eine dauerhafte Verbesserung müssen die neuen Routinen und das Üben meist im folgenden Schuljahr fortgesetzt werden. Ein gutes Ferienziel ist deshalb ein klarer Kompetenzgewinn, nicht nur eine gewünschte Zeugnisnote.

Nachhilfe ist besonders hilfreich, wenn unklar ist, wo die Lücken beginnen, wenn Eltern und Kind beim gemeinsamen Lernen regelmäßig in Konflikte geraten oder wenn eine Nachprüfung gezielt vorbereitet werden muss. Ein Tutor kann Themen priorisieren, verständlich erklären und passende Übungsaufgaben auswählen.

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Quellen

  1. Kuhfeld: Rethinking summer slide anhand von Daten von 3,4 Millionen Schülern, zuletzt abgerufen am 11. September 2026.
  2. International Journal of Environmental Research and Public Health: Sommerferien, Wohlbefinden und schulische Entwicklung, zuletzt abgerufen am 11. September 2026.
  3. KMK: Bildungsstandards für Primarbereich und Sekundarstufe I, zuletzt abgerufen am 11. September 2026.
  4. Dunlosky et al.: Wirksame Lerntechniken im Überblick, zuletzt abgerufen am 11. September 2026.
  5. KMK: Übersicht der Schulgesetze und Rechtsvorschriften der Länder, zuletzt abgerufen am 11. September 2026.
  6. Bayerisches Kultusministerium: Vorrücken, Wiederholen und Nachprüfung, zuletzt abgerufen am 11. September 2026.

Redaktionell erstellt von der AvisQnect-Redaktion. Zuletzt redaktionell geprüft und aktualisiert am 11. September 2026.