Ein Anteil von einem Anteil
Ein ganzer Kuchen besteht aus vier gleich großen Vierteln. Davon sind drei Viertel übrig. Du erhältst zwei Drittel dieses Restes. Welchen Anteil am ursprünglichen ganzen Kuchen erhältst du?
Nimm die drei verbleibenden Viertel vorübergehend als neue Bezugsmenge. Ein Drittel dieser Menge ist genau ein ursprüngliches Viertel. Zwei Drittel dieser Menge sind deshalb zwei ursprüngliche Viertel. Die Multiplikation berechnet also einen Anteil von einem bereits vorhandenen Anteil.
Der Nenner unter dem Bruchstrich nennt die Anzahl gleich großer Teile des Ganzen, der Zähler darüber zählt die betrachteten Teile. Beim Kuchen bleiben alle Viertel gleich groß. Wenn du die drei markierten Viertel als neue Grundmenge betrachtest, besteht diese Menge aus drei Stücken, und zwei Drittel davon sind zwei dieser Stücke. Bezogen auf den ursprünglichen ganzen Kuchen sind das zwei Viertel, also eine Hälfte.
Du erhältst zwei Viertel, also die Hälfte des ursprünglichen ganzen Kuchens. Die zwei Drittel beziehen sich auf den Rest, die Hälfte dagegen auf den ganzen Kuchen.
Ein ganzer Kuchen
Drei Viertel als neue Grundmenge
Zwei der drei Stücke auswählen
Die Regel zum Multiplizieren
Multipliziere Zähler mit Zähler und Nenner mit Nenner. Im Gegensatz zur Addition ist ein gemeinsamer Nenner nicht nötig. Kürze den entstandenen Bruch, soweit es möglich ist.
Die Regel lässt sich durch weiteres Unterteilen verstehen. Teilst du jedes der vier Viertel in drei gleich große Stücke, entstehen insgesamt zwölf kleine Stücke. Die markierten drei Viertel enthalten neun davon, und zwei Drittel dieser neun Stücke sind sechs. Deshalb beschreiben sechs Zwölftel und zwei Viertel dieselbe Kuchenmenge.
Vorher über Kreuz kürzen
Beim folgenden Produkt lassen sich gemeinsame Faktoren bereits vor dem Multiplizieren kürzen. So bleiben die Zahlen im Rechenweg kleiner:
Die 14 im Zähler und die 35 im Nenner haben den gemeinsamen Faktor 7. Teile beide durch 7, sodass 2 und 5 übrig bleiben. Die 6 im Zähler und die 9 im Nenner haben den gemeinsamen Faktor 3. Teile beide durch 3, sodass 2 und 3 übrig bleiben. Multipliziere anschließend die verbleibenden Zähler und Nenner.
Ein gemeinsamer Faktor ist hier eine Zahl, durch die sich beide betrachteten Zahlen ohne Rest teilen lassen. Im Beispiel haben 35 und 14 den gemeinsamen Faktor 7: Aus ihnen werden 5 und 2. Die Zahlen 6 und 9 haben den gemeinsamen Faktor 3 und werden zu 2 und 3. Die gleichfarbigen Durchstreichungen zeigen jeweils das zusammengehörige Paar, die kleinen Zahlen den verbleibenden Wert. Das ist erlaubt, weil beide Brüche zusammen ein Produkt mit einem gemeinsamen Gesamtzähler und Gesamtnenner bilden.
Das Produkt ist vier Fünfzehntel. Der Bruch ist vollständig gekürzt, denn 4 und 15 haben keinen gemeinsamen Teiler größer als 1.
Den Kehrwert verstehen
Der Kehrwert eines Bruchs entsteht, indem du Zähler und Nenner vertauschst. So werden aus drei Vierteln vier Drittel. Multiplizierst du einen von null verschiedenen Bruch mit seinem Kehrwert, erhältst du 1. Null hat keinen Kehrwert, denn ein Nenner darf nicht null sein.
Warum hilft das beim Teilen? Der Divisor ist die Zahl, durch die du teilst. Die Division sucht eine Zahl, die mit diesem Divisor multipliziert wieder die Ausgangszahl ergibt. Der Kehrwert macht die Multiplikation mit dem Divisor rückgängig. Multiplizierst du die Ausgangszahl mit diesem Kehrwert, erhältst du deshalb das gesuchte Divisionsergebnis. Zur Probe kannst du wieder mit dem Divisor multiplizieren.
Durch einen Bruch dividieren
Beim Dividieren von Brüchen lässt du den ersten Bruch unverändert. Drehe nur den zweiten Bruch um und ersetze das Teilen durch Multiplizieren. Der Kehrwert sorgt dafür, dass beide Rechenwege denselben Wert liefern. Der zweite Bruch muss dabei von null verschieden sein.
Bei einer Portionsaufgabe fragt die Division, wie oft die Größe einer Portion in die vorhandene Menge passt. Beim Kuchen zählt das Ergebnis daher Portionen statt ganze Kuchen. Kürzen darfst du bei einer Bruchdivision erst nach dem Umschreiben als Produkt. Dann kannst du passende Faktoren wie beim Multiplizieren kürzen.
Es sind drei Viertel eines Kuchens übrig. Jede Portion soll ein Viertel des ursprünglichen ganzen Kuchens groß sein. Wie viele Portionen kannst du bilden?
Bei dieser Division fragst du, wie oft die Portionsgröße in den Vorrat passt. Jedes der drei vorhandenen Viertel ist genau eine Portion. Rechnerisch ersetzt du das Teilen durch ein Viertel durch das Multiplizieren mit dessen Kehrwert 4.
Du kannst drei Portionen bilden. Das Ergebnis 3 zählt Portionen und bedeutet nicht drei ganze Kuchen.
Die Divisionsregel funktioniert auch bei Brüchen mit verschiedenen Nennern. Das zeigt dieses Beispiel:
Lass den ersten Bruch unverändert. Drehe nur den zweiten Bruch um, sodass aus neun Vierzehnteln vierzehn Neuntel werden, und ersetze das Divisionszeichen durch ein Malzeichen. Nun kannst du genau wie im vorherigen Kürzungsbeispiel mit 7 und mit 3 kürzen.
Das Ergebnis der Division ist vier Fünfzehntel. Dass hier derselbe Wert wie beim vorherigen Produkt entsteht, liegt daran, dass der Kehrwert des zweiten Bruchs genau vierzehn Neuntel ist.
Drei Viertel Kuchen sind übrig
Eine Portion ist ein Viertel
Drei Portionen passen hinein
Ganze und gemischte Zahlen umwandeln
Du hast eineinhalb Liter Saft. Ein Glas fasst drei Viertel Liter. Wie viele volle Gläser kannst du füllen?
Schreibe die gemischte Zahl zunächst als einen einzigen Bruch. Eineinhalb sind drei Hälften. Teile diesen Vorrat durch die Größe eines Glases. Dazu multiplizierst du mit dem Kehrwert von drei Vierteln, also mit vier Dritteln.
Eine gemischte Zahl besteht aus einem ganzen Anteil und einem zusätzlichen Bruchanteil. Bei eineinhalb Kuchen enthält der ganze Kuchen bereits zwei Hälften, dazu kommt eine weitere Hälfte. Erst die insgesamt drei Hälften bilden einen einzigen Bruch, auf den du die Multiplikations- und Divisionsregeln direkt anwenden kannst. Dieser Bruch heißt unecht, weil sein Zähler mindestens so groß wie sein Nenner ist. Sein Wert ist daher mindestens 1, er kann also einen ganzen Kuchen oder mehr beschreiben.
Du kannst genau zwei volle Gläser füllen. Die Antwort zählt Gläser, während die gegebenen Brüche Mengen in Litern beschreiben.
Vorzeichen und Größe des Ergebnisses
Ein positiver echter Bruch liegt zwischen 0 und 1, weil sein Zähler kleiner als sein Nenner ist. Multiplizieren mit diesem Bruch bedeutet, nur einen Teil einer positiven Ausgangsmenge zu nehmen. Das Ergebnis wird deshalb kleiner. Teilen durch denselben Bruch fragt nach kleineren Portionen und ergibt deshalb eine größere Zahl.
Bei negativen Zahlen prüfst du zusätzlich die Vorzeichen. Gleiche Vorzeichen ergeben beim Multiplizieren und Dividieren ein positives Ergebnis, verschiedene ein negatives. Die Vorstellung „Mal macht immer größer“ ist keine gültige Rechenregel. Betrachte zuerst den Betrag, also die Größe einer Zahl ohne ihr Vorzeichen, und entscheide danach über das Vorzeichen.
Im folgenden Produkt ist der erste Bruch negativ. Wir betrachten deshalb das Vorzeichen und den Zahlenwert getrennt:
Ein Faktor ist negativ und der andere positiv, deshalb ist das Ergebnis negativ. Multipliziere zunächst die Zähler miteinander und dann die Nenner. Kürze den entstandenen Bruch anschließend durch 2.
Das Ergebnis sind negative drei Zehntel, also −0,3. Der Betrag 0,3 ist kleiner als der Betrag 0,4 des ersten Faktors, weil du mit drei Vierteln multipliziert hast.
Diese Bruchfehler solltest du erkennen
Ein Faktor ist eine Zahl, die in einem Produkt multipliziert wird, ein Summand ist ein Teil einer Addition. Durchstreichen zeigt beim Kürzen nur die Division gemeinsamer Faktoren, es entfernt keine beliebigen Zahlen aus dem Ausdruck. Prüfe beim Kuchen zusätzlich die Bedeutung: Ein Anteil und eine Anzahl von Portionen beantworten unterschiedliche Fragen und bekommen unterschiedliche Einheiten.
- Beide Brüche umdrehen: Drehe nur den zweiten Bruch um: 3/4 : 1/2 ist 3/4 × 2/1, nicht 4/3 × 2/1.
- Zähler addieren: Beim Multiplizieren rechnest du Zähler mal Zähler und Nenner mal Nenner: 2/3 × 3/4 ist 6/12 = 1/2, nicht 5/7.
- Über eine Summe kürzen: Kürze gemeinsame Faktoren, keine einzelnen Summanden. (2 + 3)/2 ist 5/2, nicht 1 + 3.
- Den ganzen Anteil vergessen: Wandle eine gemischte Zahl vollständig in einen Bruch um. Eineinhalb sind drei Hälften und nicht nur eine Hälfte.
- Portionen mit ganzen Kuchen verwechseln: Drei Viertel Kuchen geteilt durch eine Viertelportion ergibt drei Portionen. Prüfe zusätzlich das Vorzeichen und ob die Größe deines Ergebnisses zur Frage passt.
Was ergibt zwei Drittel mal drei Viertel?
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Mit Anteilen sicher weiterrechnen
Im Artikel Brüche addieren und subtrahieren siehst du, warum ein gemeinsamer Nenner dort nötig ist, beim Multiplizieren aber nicht. In der Prozentrechnung begegnen dir dieselben Anteile in Hundertsteln wieder und mit dem Dreisatz kannst du nachvollziehen, wie sich Mengen proportional oder antiproportional verändern.
Häufige Fragen: Brüche multiplizieren und dividieren
Kurze Antworten auf häufige Fragen aus dem Unterricht.
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Quellen
- OpenStax: Multiply and divide fractions, zuletzt abgerufen am 8. Oktober 2026.
- OpenStax: Solve proportions and their applications, zuletzt abgerufen am 8. Oktober 2026.
- Serlo: Rechnen mit Brüchen im Überblick, zuletzt abgerufen am 8. Oktober 2026.
- Serlo: Brüche dividieren, zuletzt abgerufen am 8. Oktober 2026.
Redaktionell erstellt von der AvisQnect-Redaktion. Zuletzt redaktionell geprüft und aktualisiert am 8. Oktober 2026.